ICE Ausbau Bamberg
10Jul/110

Lichtblick: Güterzüge sollen flüstern

Durch mit Flüsterbremsen ausgestattete Güterzüge, soll den Lärm dort bekämpfen wo er entsteht: an den Rädern.

"Die "Flüsterbremse" oder Verbundstoffbremssohle verhindert das Aufrauen der Räder, so dass die Wagen leiser rollen. Prinzipiell gilt: Je glatter die Schienen und Laufflächen, desto geringer die Lärmemission. "  deutschebahn.com

Mehr unter:

DB Konzern - Flüsterbremse

Tagesschau: Bund und Bahn wollen Güterzügen das Flüstern lehren

FT: Lärmaufschlag soll für mehr leisere Güterzüge sorgen

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10Jul/110

VCD Bamberg: “Die Stadt, die Bahn und der Lärm”

Der Bamberger VCD  befasst sich seit längerem mit dem ICE-Ausbau. Auch er betont, dass nur  (mehr) Druck aus der Bürgerschaft weiterhilft, um dem Projekt stadt- und menschengerechte Impulse zu geben.

Das äußerte der Kreisverband auf in einem Artikel seiner Website zu dem Informationsabend der Schutzgemeinschaft  (im Folgenden und unter www.vcd.org nachzulesen).

Auch im Bürgerforum Verkehr am  06.07. entstand eine rege Diskussion zum Thema Bahnausbau. Tenor auch dieser Runde war: "Wir müssen OB, Verwaltung und Rat die Hölle heißt machen", wenn etwas im Sinne der Bürger erreicht werden soll.

Prof. Dr. Carsten Jonas (FH Erfurt, Städtebau)

MdB, mit Dr. Toni Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen)

Stefan Kabitz (2. Vorsitzender, Das Bessere Bahnkonzept e.V.)

 

 

 

 

 

 

 

VCD Bamberg über die Informationsveranstaltung vom 10.06. der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg:

Drei Referenten waren aufgeboten, und sie haben ihren Job gut gemacht. Wer halbwegs offene Ohren hatte, konnte mit einem ganzen Packen an Informationen nach Hause gehen. Nicht zu allem und jedem – aber das war  auch nicht der Anspruch der Veranstaltung.

Carsten Jonas (mittlerweile Prof an der FH Erfurt, Städtebau) gab einen nüchternen Überblick über Entwicklung und Stand der Neubaustrecke. Toni Hofreiter (MdB, mit Dr., Bündnis 90/Die Grünen, der neue Vorsitzende des Verkehrsausschusses) brachte Nürnberg-Berlin in den Rahmen „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ (die Nummer 8) und bot vielfältiges Insiderwissen. Stefan Kabitz (Das bessere Bahnkonzept) sprach über (traurige) Erfahrungen und (neue) Bewegung vor Ort (besonders im Bereich Zapfendorf).

Schnell stellte sich heraus, dass nicht der ICE der (Lärm-)Gegner ist. Im Gegenteil: Nur des Neubaus für den ICE wegen wird es großzügigen Lärmschutz geben. Und zwar Schutz gegen Lärm, den wir bisher schon immer haben: gegen den Lärm der Güterzüge (die viel lauter sind als der ICE).

Warum wird der Lärmschutz nicht heute schon, ohne Bezug auf den ICE, verbessert? Weil: Für die bis jetzt befahrenen Strecken ist der gesetzlich zugestandene Lärmschutz deutlich schwächer; die Güterzüge können rumpeln, so viel sie wollen („Bestandsschutz“). Für Neubaustrecken ist heute ein deutlich stärkerer Lärmschutz verbürgt. Der Umbau durch Bamberg ist so weitreichend, dass er unter die Anforderungen für Neubau fällt.

Der Lärm ist zuviel und soll weniger werden – aber wie? Das Eisenbahnbundesamt erkennt bisher als Standard nur die Lärmschutzwand an. Deswegen ist auch für Bamberg sofort „die Mauer“ angesetzt worden. So eine „Mauer“ gibt es übrigens in Bamberg bereits (am Berliner Ring); man kann jedenfalls nicht so tun, als stünde ein vollkommen neues Gespenst vor der Tür. Aber schließlich geht es nicht darum, ob wir eine Mauer bekommen oder nicht, sondern darum, den Lärm weg zu bekommen. Es gibt glücklicherweise auch andere Mittel gegen den Schienenlärm, vor allem Mittel, die schon die Entstehung des Lärms einschränken. Sie werden bereits in Pilotprojekten erprobt – und Bamberg könnte sich zu einem Pilotprojekt machen lassen.

Das müsste allerdings der Stadtrat beherzt in die Hand nehmen. Bisher kann man ihm nur ein mieses Zeugnis ausstellen: der Bamberger Stadtrat pennt. Er hat sich bisher nicht interessiert; er hätte längst aktiv werden können; er ist mehrfach dazu aufgefordert worden. Mit einem einzigen und einzelnen Papier („Bamberger Erklärung“) sind weder Bahn noch Verkehrsminister nachhaltig zu beeindrucken. Da muss die Stadt anders ran.

Dass Initiative und Einsatz sehr wohl noch gute Chancen haben, hat der Abend mehr als deutlich gezeigt:

  • Für den Umbau durch Bamberg ist noch alles offen.(Zeithorizont: bis 2037 oder ...)
  • Bamberg muss sich von den martialischen „Auskünften“ der Bahn nicht ins Bockshorn jagen lassen.
  • Wenn der politische Druck groß genug ist, bewegt sich sogar ein Minister für Bewegung („Verkehr“).

Was das heißt? Das Gleiche wie immer: Wir müssen OB, Verwaltung und Rat die Hölle heißt machen. Als ein nächster Schritt ist ein Expertenhearing zu Lärmschutz-Alternativen ins Auge gefasst worden. Helfen Sie bei der Vorbereitung – und lassen Sie sich herzlich einladen.

16Jun/110

Nach dem Infoabend ist vor dem Infoabend

Aus Sicht der Veranstalter kann der Informationsabend vom letzten Freitag als voller Erfolg gewertet werden: Ca. 100 Zuhörer kamen in das Pfarrheim Maria-Hilf, die drei Referenten lieferten vielen Zuhörern Neuigkeiten und besserten den Informationsstand auf  und es schloss sich eine rege Diskussion an.

Zwar gab es kein Ergebnis oder gar einen Beschluss, doch das machte es umso deutlicher, dass das Bahnprojekt ein einziges Dilemma zu sein scheint: wird man dem Schutz der Bürger durch Lärmschutzmauern gerecht, dann haben die Sichtachsen ein Nachsehen. Bleiben die Sichtachsen erhalten, bleibt die Lärmbelastung der Anwohner ungemindert bestehen.

Doch gibt es Ansätze beiden Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Denn nicht alle Trassenabschnitte tangieren Sichtachsen in den empfindlichen Pufferzonen des Weltkulturerbes. An sensiblen Stellen, könnte innovativer Lärmschutz zum Einsatz kommen, der die Sichtachsen nicht oder in einem vertretbaren Ausmaß beeinträchtigt. Für letztere Lösung müsste sich jedoch die Stadt stark machen und sich dafür einsetzen den Bauabschnitt als Pilotprojekt für innovativen Lärmschutz anzumelden.
Aber jegliche Maßnahmen werden wohl ohnehin noch viele Jahre, möglicherweise bis 2038, auf sich warten lassen. Diese Aussicht trifft Anwohner mit hoher Lärmbelastung empfindlich, weshalb sich MdB Thomas Silberhorn für die schnelle Umsetzung einsetzen möchte wie man verschiedenen Veröffentlichungen entnehmen kann (thomas-silberhorn.decsu.de, FT). Referent MdB Dr. Anton Hofreiter (inzwischen Vorsitzender im Verkehrsausschuss) konnte hierzu einen spannenden Aspekt anführen: Im Jahr stehen stehen 150 Millionen Euro pro Jahr für die Lärmsanierung zur Verfügung (50 Millionen Euro für Bundesfernstraßen, 100 Millionen Euro für die Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes; BMVBS, Bundesministerium für Verkehrs, Bau und Stadtentwicklung). So könnte im Vorfeld das Dilemma schon etwas entschärft werden, indem betroffene Anwohner, wie die der Interessengemeinschaft Distelweg, schon "bald" den ersehnten Lärmschutz bekommen, während andere Abschnitte davon verschont blieben.

v.l.: Referenten Dr. Jonas, Herr Kabitz, MdB Dr. Horfreiter; Moderator Dr. Händler)

Mit diesen Überlegungen, könnte sicherlich an einem befriedigenden Konsens gearbeitet werden. Leider gibt es dann immer noch keine Lösungen für die Streckenführung in der Nordflur inklusive 8m hohem Überwurfsbauwerk. Darauf wies Johann Strobler, von der gleichnamigen Staudengärtnerei hin. Dort soll nach der neuen Brücke Kronacher Straße die Bahn rechts abgeleitet werden. Dies würde  1/3 des gesamten Gärtnerlandes abtrennen. Von nördlicher Richtung werden die Flächen vom Industriegebiet beansprucht so dass die Gärtner auch dort keine Felder zupachten können. Durch diese Entwicklung sieht Herr Strobler den Fortbestand der Bamberger Gärtner bedroht, da ihnen die Existenzgrundlage entzogen werde. Aber gefährdet das nicht auch die Existenz des Weltkulturerbetitels? Schließlich ist der "urbane Gartenbau" ein Kriterium für die Ernennung Bambergs zur Weltkulturerbestadt ("Of particular interest is the way in which the present town illustrates the link between agriculture (vineyards, hop gardens, market gardens) and the urban distribution centre." whc.unesco.org)

Es bleibt zu hoffen, dass die Veranstaltung die zahlreichen Zuhörer zum Nachdenken und "Dranbleiben" animiert hat, denn einfach wird es nicht diesen gordischen Knoten zu lösen, der ein einziges Dilemma zu sein scheint. Doch nach dem Infoabend ist vor dem Infoabend  und so werden die anwesenden Stadträte (Peter Gack (GAL), Matthias Alt (BBB), Dieter Weinsheimer (FW Bamberg)) versuchen die Umsetzung des 3D Modells der Bahnstrecke mit Lärmschutzwänden voran zu treiben. Außerdem machte Peter Gack den Vorschlag ein "Experten Hearing" einzuberufen, zu dem Schallschutzexperten eingeladen werden sollen, um über die Lärmschutzmöglichkeiten zu diskutieren und interessierte Bürger zu informieren.

Anna Hübner

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6Jun/110

Informationsabend: Bamberg – eine geteilte Stadt?

Am 10.06.2011 lädt die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V. zu einem Informationsabend ins Pfarrheim in der Wunderburg ein.

Der Ort wurde mit Bedacht gewählt, schließlich zählt die Wunderburg zu den Stadtteilen, die durch die Auswirkungen des Ausbaus mit am meisen betroffen würden. Auf dem Flyer wird die Problematik des Projekts deutlich: Zwar ist die Stadt durch den Schallschutzwand vor dem Lärm geschützt, aber wie viel Stadt bleibt den Anwohnern übrig, wenn diese erst hinter den Mauern verschwindet (noch ist der Turm der Wunderburger Kirche sichtbar...)?

Verschwindet Bamberg bald für einen Teil der Einwohner hinter einer Mauer?Die Fragen und die Vortragenden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist höchst wünschenswert, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger der Einladung folgen werden. Die Liste der Referenten verspricht alle Interessierten umfassend zu informieren:
Prof. Carsten Jonas (FH Erfurt) wird die städtebaulichen Auswirkungen beleuchten (er ist übrigens auch Nutzer der diskutierten Bahnlinie), Bundestagsabgeordneter Anton Hofreiter (B90/Grüne) wird die verkehrspolitischen Aspekte erläutern und Stefan Kabitz klärt über die Hintergründe des Verkehrsprojektes auf, über das er als zweiter Vorsitzender des "Das Bessere Bahnkonzept e.V." genauestens Bescheid weiß.

Im Anschluss an die Vorträge ist eine Diskussion unter Leitung von Herrn Dr. Jörg Händler (1. Vorsitzender, Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V.) geplant, zu der die Gäste herzlich eingeladen sind mit zu diskutieren. So wird sich hoffentlich abzeichnen, welche Meinung in der Öffentlichkeit vorherrscht.

 

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7Mai/110

Sinn oder Unsinn des Ausbaus

Muss die Bahn ihre Kapazitäten ausbauen? Ist es der Schienenlärm vor dem wir geschützt werden müssen? Wie sieht so ein Lärmschutz aus und was macht er aus einem ehemals wertvollen Wohngebiet? Fakten und Meinungen von Jürgen Hanelt:

"Die Bahnstrecke Bamberg-Forchheim ist seit ca. 1965 eine sogenannte "Schnellfahr-Versuchsstrecke" der damaligen Deutschen Bundesbahn. Das bedeutet, dass auf dieser Strecke regelmässig Schnellfahrten mit 200 Km/h stattgefunden haben und stattfinden können.

Die Strecke ist jedenfalls für hohe Geschwindigkeiten ertüchtigt - auch ohne jeglichen Umbau. Die Notwendigkeit eines dritten Gleises ist bei heutiger Verkehrsdichte überhaupt nicht erkennbar (die Strecke ist bei Weitem nicht ausgelastet). Wie die Bahn mehr Verkehr auf die Schiene bekommen will, wenn sie ihr Gleisnetz in der Fläche reduziert (hier sägt sich sich seit 30 Jahren den Ast ab, auf dem sie sitzt), kann ich nicht verstehen.

Sogenannter "Lärmschutz": Ich war vor etwa 3 Wochen ausführlich im Bahnbereich Bamberg Süd unterwegs und kann mit Sicherheit sagen, dass die Lärmbelastung durch Autoverkehr um das mehrfache höher liegen dürfte als der Lärm durch den Schienenverkehr. Kein Mensch käme jemals auf die Idee, die Nürnberger Straße einzuhausen.
Ich kann mir vorstellen, eine entsprechende Messung z.B. im Bereich Nürnberger Strasse (etwa in Höhe Ulanenkasernen/Schauer) zu machen. In diesem Bereich haben wir in kurzem Abstand Schiene und Strasse und können so repräsentative Belastungsszenarien erstellen. Kurz: Das Problem ist eigentlich ein anderes...

Zu den Lärmschutz-"Lösungen" aus Erfurt gebe ich Beispiele."

 

 

 

 

 

 

Die Bahn durchschneidet hier mit den Wänden ein ehemalig wertvolles Wohngebiet. Blickkontakt "über die Bahn" nicht mehr möglich. Die Anlieger berichten mir gegenüber von Wertverlusten der Immobilien (30-50%). Ohne Lärmschutzwände hat es hier nie Probleme gegeben.

Wie ich in Gesprächen mit Anwohnern erfahren habe, hat auch hier die Bahn diese Maßnahmen mit "mehr Verkehr" begründet. Ein Mehrverkehr ist aber lt. Anliegern seit Baubeginn nicht vorhanden. Die Anzahl der Züge ist etwa gleich geblieben und noch weit hinter den Zahlen zurück, als die Bahn "richtig" gefahren ist (bis Ende der 70er Jahre)."

Jürgen Hanelt ist Tonmeister und Bahnliebhaber. Den Bahnausbau betrachtet er aus verschiedensten Blickwinkeln: Ausbau und Ausdünnung des Streckennetzes, Innovationen im Lärmschutz und Lärmschutz Bausünden

20Mrz/110

Das bessere Bahnkonzept

Am 17.03. fand die Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative "Das bessere Bahnkonzept e.V." statt. Im Sportheim von Zapfendorf fanden sich ca. 75 Mitglieder und Interessierte ein, darunter auch die Bürgermeister von Breitengüßbach,  Ebensfeld, Strullendorf und Zapfendorf.

Publikum bei einer Veranstaltung vom Verein "Das bessere Bahnkonzept" im Jahr 1994. Heute wären es wohl viel weniger.

Publikum bei den Veranstaltungen vom Verein "Das bessere Bahnkonzept" im Jahr 1994

Laut 2. Vorsitzenden Stefan Kabitz, habe der Verein, seitdem bekannt wurde, dass der Ausbau wie geplant kommen würde, viele Mitglieder verloren. Die Ausgetretenen hätten die Hoffnung verloren, Einfluss auf den Ausbau nehmen zu können - zumindest in der Form in der sie es geplant hatten.
Doch auch wenn die Initiative ihr eigentliches Ziel nicht umsetzen konnte, besteht der Verein fort. Die Entwicklungen werden beobachtet, es werden Gespräche mit der Bahn geführt und es wird versucht verlässliche Aussagen über die Planung zu erhalten. Nach wie vor wird versucht im Rahmen der Möglichkeiten Einfluss auf den Ausbau zu nehmen.
Vor allem die Bürgermeister rufen ihre Kollegen und Bürger dazu auf, deren Gemeinen der Planfeststellungsbeschluss noch bevor steht, rechtzeitig in die Planungen einzugreifen und Forderungen für den Ausbau zu stellen.

In der Versammlung wurden vor allem Bahnübergänge, behindertengerechte Bahnsteigzugänge, Bahnunter- bzw. -Überführungen und Lärmschutzwände diskutiert. Diese werden im Rahmen des Ausbaus erneuert. Wie diese erneuert werden, darauf können die Gemeinden Einfluss nehmen.
Denn hier gibt es grundsätzlich zwei Varianten der Planung: "Bahn baut alleine" oder "Gemeinde/Stadt baut alleine". Aus beiden Planungen, die jeweils die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen (die der Bahn oder die der Stadt), wird dann ein Ausführungsplan entwickelt, der als Grundlage für das Planfeststellungsverfahren gilt (mehr dazu unter "Sachstand").

Und das schreibt der FT.

19Mrz/110

Kommentar zu “Was bringt der Ausbau?”

von Tonmeister und Bahnliebhaber Jürgen Hanelt:

Auch die Gegner von Lärmschutzwänden sind für den gesellschaftlichen Fortschritt. Dieser sollte nur vernünftig sein und das erscheint in diesem Falle als sehr fraglich.

Reisezeitverkürzungen sind gut, sind sie es aber auch um jeden Preis?
Seit etwa 25 Jahren weiden sich eisenbahnfremde Manager an der Eisenbahn aus, mit katastrophalen Folgen für den gesamten Betrieb. Stichworte: Personalabbau von 800.000 auf 110.000 Eisenbahner, Abbau von 50 % aller Weichen im Schienennetz (was das bedeutet, wäre ein separater Aufsatz!), Streckennetzabbau um 7.000 Km in den letzten 15 Jahren (ja wirklich: Das ist 7 mal durch ganz Deutschland und im gleichen Zeitraum ist wohl kein einziger Kilometer Strasse abgebaut worden).
Die Folgen sind katastrophal: Kein Personal mehr vor Ort, der Bahnhof (vormals mit beheiztem Warteraum, Fahrkartenschalter und Blumen am Bahnsteig) geschlossen, verkauft oder abgerissen. Dafür ein Buswartehäuschen auf einer Betonpiste – ein Witz. Vielerorts vergammeln für den Eisenbahnbetrieb wertvolle Gebäude, weil Niemand mehr da ist. Totale Ausdünnung im Betriebspersonal (wenn ein Lokführer einen Schnupfen kriegt, wird’s schon eng), eine eingefrohrene Weiche legt stundenlang den Betrieb in 200 Km Umkreis lahm, früher ging ein Mensch (Weichenschmierer) einfach hin und hat sie gängig gemacht – doch der Mensch wurde abgeschafft. Da es viele Schienentransportprodukte nicht mehr gibt, wachsen auf den Rangierbahnhöfen die Birken, während die Autobahnen vom LKW-Verkehr total verstopfen und immer öfter repariert werden müssen (auf Kosten der Steuerzahler).
Was hat das alles mit dem ICE-Ausbau zu tun?
Ganz einfach: Es müsste an den gesamten Organismus “Bahn” gedacht werden und nicht nur an die “Leuchtturmprojekte”.
Und zur Reisezeitverkürzung noch ein letztes Wort: Wenn die DBAG es erst seit wenigen Jahren schafft, die Reisezeiten (z.B. zwischen Hamburg und Berlin oder zwischen Berlin und Dresden) von 1935 zu unterbieten, muß man sich doch die Frage stellen, ob das nicht auch ohne Betonwahnsinn sondern einfach nur mit “Eisenbahn, aber gut gemacht” geht.

Jürgen Hanelt

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18Mrz/110

Was bringt der Ausbau?

Derzeit bleibt zur Informationsbeschaffung vor allem das Zeitunglesen. Der Tenor dieser Artikel ist eher negativ bezüglich des Projektes. Oft handelt es sich um nicht mehr als bloße Spekulationen, z.B. dass zukünftig kein ICE mehr in Bamberg halten soll. Hervorgehoben werden in erster Linie die Beeinträchtigungen durch Baustellen, Lärmschutzwände und Trassenverbreiterung.

Aber was ist mit den positiven Auswirkungen auf die Stadt und das Umland?
Kaum zur Sprache kommt der Punkt, dass für Bamberg sich die Fahrzeiten gerade in Richtung Norden (Leipzig, Dresden, Berlin...) massiv verkürzen und damit die Verkehrsanbindung verbessert und auch Straßen (Frankenschnellweg u.a.) entlastet werden können.
So braucht man mit dem Zug zukünftig weniger als zweieinhalb Stunden von Bamberg nach Berlin. Heute sind es knapp vier Stunden, mit dem Auto braucht man noch länger...

Diagramm der Fahrzeiten heute und nach dem Ausbau mit der Bahn im Vergleich zum PKW (Quelle: Simon Herzog)

Zusätzlich kann man vermutlich in Richtung Nürnberg mit dem Regionalexpress von Bamberg nach Nürnberg so schnell fahren wie heute mit dem ICE. Derartige Verbesserungen hat z.B. die Eröffnung der ICE-Strecke Nürnberg-München ab 2006 für den Nahverkehr gebracht (Einführung des München-Nürnberg-Express, ein Zug zum Nahverkehrspreis und so schnell wie früher der ICE!)

Simon Herzog

17Mrz/110

Schutzgemeinschaft Alt Bamberg befasst sich mit Bahn Ausbau

Bei der Vorstandssitzung der Schutzgemeinschaft "Alt Bamberg e. V." am 16.03. wurde der Trassen Ausbau durch Bamberg thematisiert. Auch die Schutzgemeinschaft will sich für eine sensible Planung der Ausbaustrecke stark machen. Dem Charakter des Vereins entsprechend, soll nicht dagegen protestiert, sondern konstruktive Vorschläge für eine verträgliche Umsetzung gemacht werden.

Um Vereinsmitglieder und die Bürger zu informieren, werden mehrere Informationsveranstaltungen statt finden. Sachverständige sollen eingeladen werden, die Hintergründe zu bautechnischen Möglichkeiten sowie den finanziellen und politischen Gegebenheiten erläutern. Der erste Termin im Mai werden noch bekannt gegeben.

In den geplanten Treffen soll ein Dialog mit den Teilnehmern entstehen, um Vorschläge für eine stadtgerechte Umsetzung des Bahn Ausbaus zu entwickeln.
Diese müssen frühzeitig formuliert werden und als Forderungen vor der Wiederaufnahme des Planfeststellungsverfahrens vorliegen, so dass diese in die Planung berücksichtigt werden können. Nur so lässt sich eine Situation à la Bamberg 21 verhindern, in der die Planung bereits unter Dach und Fach ist, der Bau beginnt und die Bürger erst dann ihre Forderungen einbringen.

Möglicherweise wird es auch gelingen weitere Vereine für dieses Thema zu sensibilisieren, um mehr Mitstreiter für stadtfreundliche Alternativen für den Bahnausbau  zu gewinnen. Je mehr Bürger bzw. Unterstützer und Vereinsmitglieder den Forderungen Nachdruck verleihen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit etwas zu bewirken.
So haben sich die Vereine schon in der Vergangenheit  zusammen getan, um ihren Anliegen mehr Gewicht zu geben, zum Beispiel beim Projekt "Quartier an der Stadtmauer".

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13Mrz/110

Mauer oder … Lärm?

Vielen Bambergern geht es nicht in den Kopf wie es sein kann, dass eine Mauer das Stadtbild verschandeln, Bamberg Ost vom Rest abtrennen und Bambergs Sichtachsen verbauen soll.

Im Bamberger Stadtrat gibt es fraktionsübergreifend kritische Stimmen an der geplanten Umsetzung des Bahnprojekts. Es wird über Möglichkeiten diskutiert, wie eine Schallschutzmaßnahme von bis zu 5 Metern Höhe und 3 Kilometern Länge gekippt werden kann. Auf Grund der Rechtslage könne dies nur dann geschehen, wenn all Betroffenen den Verzicht erklären würden.

„Die Vorstellung, dass eine Betonmauer die Sichtachse zur Wunderburg zerschneidet und so der dörfliche Charakter dieses Stadtviertels verloren geht, macht mich traurig.“ (Anna Hübner, Anwohnerin)

Aber für Sichtachsen und Bamberger-Mauer Polemik sind viele direkt Betroffene blind und taub. Vielleicht blind vor Wut, nachdem Anwohner der Bahnlinie geradezu taub vor Lärm sind, den Sie schon über Jahre ertragen müssen. Dass gerade politisch Verantwortliche die Belastung der Anlieger nicht beachten ist für diese unbegreiflich.

„Was glauben Sie wie toll es ist, wenn man z. B. bei der Tagesschau wegen der im 10-Minutentakt vorbeifahrenden Züge kein Wort mehr verstehen kann!“ (Herr B., Anwohner)

Die verschiedenen Standpunkte sind sicherlich nachvollziehbar, aber sind sie auch unvereinbar?

Möglicherweise stellen alternative Schallschutzmaßnahmen eine Lösung dar.

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